Hugo Helfenstein
Juni 1990, Zuger Zeitung

Serenade vor der St.-Johannes-Kirche

Streifzug durch Posaunenliteratur

Als Ausklang des Probenhalbjahres
lud kürzlich der St.-Johannes-Chor, zusammen mit einem Posaunenquartett der Musikschule Zug, zu einer «Serenade zum Sommerbeginn» ein. Am weltlichen Auftritt des Kirchenchores fanden viele Leute Gefallen und liessen sich auf unbeschwerte Art in den Sommer einstimmen.

cr. Seit langem schon pflegt der unter der Leitung von Paul Kälin stehende St.-Johanns-Chor die Tradition, neben dem kirchenmusikalischen Liedgut auch ein weltliches Repertoire aufzubauen. Diesmal setzte die auf dem Kirchenplatz St. Johannes vorgesehene Serenade den weltlichen Akzent. Als kurz vor Konzertbeginn Gewitter und Schauer die Hoffnung auf ein Konzert im Freien zerschlugen, da anerbot sich das Leiterehepaar Döbeli des Alterszentrums Herti, den beiden Musikgruppen im Saal des Hauses Gastrecht zu gewähren. Jung und alt folgte in entspannter Atmosphäre den gelungenen Darbietungen des Chores und der Instrumentalsolisten, die unter dem Patronat des Verkehrsvereins Zug standen.

Wenig bekannte Züge der Posaune
Den Instrumentalteil bestritt ein von Hugo Helfenstein dirigiertes Posaunenquartett der Musikschule Zug. Der Bassposaunistin Judith Intlekofer und ihren männlichen Kollegen auf den Tenorposaunen, Hugo Helfenstein, Thomas Jeney und Michael Stöckli, gelang es auf einem kurzen Streifzug durch Posaunenliteratur aus fünf Jahrhunderten ihr Instrument vielfältig und mit wenig bekannten Zügen darzustellen. Ernsthafte, aus der Kirchenmusik stammende oder ihr verwandte Kompositionen, darunter Werke von Palestrina, wechselten mit amüsanten, unbeschwerten und unterhaltenden Beiträgen, die bei den zahlreichen Zuhörern grosse Freude auslösten.

Unsterbliches Volkslied
Der St.-Johannes-Chor seinerseits bot unter der Leitung von Paul Kälin einen bunten Strauss an Gesängen, Madrigalen und Volksliedern dar. Der 60köpfige Chor bewies dabei, dass sowohl alte, bekannte oder weniger oft gehörte Melodien den Zuhörer ebenso zu fesseln vermögen, wie modernere Interpretationen und Liedsätze. Der Wetterunbill zum Trotz handelten die Themen von Sonne, Natur, Liebe und Geselligkeit. Es versteht sich, dass auch die mannigfachen Vorzüge der Musik gepriesen wurden.